Pflanzliches Eiweiß hilft bei Nierenerkrankungen

Ärzte in den USA unterstreichen die Bedeutung von pflanzlichem Eiweiß und heben Vorteile pflanzenbasierter Ernährung bei chronischem Nierenversagen hervor.

Bei einer chronischen Nierenkrankheit schreitet der Verlust der Nierenfunktion schleichend voran. Eine Reduktion von tierischen zugunsten von pflanzlichen Lebensmitteln, kann den Fortschritt der Krankheit jedoch verlangsamen. In einer neuen Veröffentlichung der National Kidney Foundation, sprechen sich Ärzte für die Vorteile von pflanzenbasierter Ernährung in der Behandlung von chronischer Niereninsuffizienz aus.

Pflanzliche Eiweißquellen decken Bedarf

Bis heute erschweren Bedenken über mögliche Aminosäuren- und Eiweißmängel eine klare Empfehlung für pflanzliche Eiweißquellen bei PatientInnen mit chronischem Nierenversagen. Forscher rund um Dr. Shivan Joshi kritisieren, dass aktuelle Behandlungsleitfäden nach wie vor zu einem häufigen Verzehr tierischer Eiweißquellen raten. Dabei könne der tägliche Konsum von Fleisch, Wurst, Eier oder fettreichen Milchprodukte bei Betroffenen zu einer Verschlechterung von Blutdruck, stoffwechselbedingter Übersäuerung und erhöhten Phosphatwerten beitragen. Laut den amerikanischen Nephrologen seien mögliche Bedenken über eine ausreichende Eiweißversorgung durch pflanzliche Lebensmittel in Studien mit nierenkranken Personen bereits seit Jahren widerlegt worden.

Vorteile durch pflanzenbasierte Ernährung

Dr. Joshi und seine Kollegen sehen in einer vielfältigen, pflanzenbasierten Ernährung eine Möglichkeit, das chronische Nierenversagen besser zu kontrollieren und den Verlauf zu verlangsamen. Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, stoffwechselbedingte Übersäuerung und erhöhte Phosphatwerte könnten abgeschwächt werden. Pflanzliche Eiweißquellen würden zudem für eine geringere Belastung mit harnpflichtigen Toxinen sorgen und die Ausscheidung von Eiweiß über den Harn verringern. Außerdem würde mehr pflanzliches Essen, die Zusammensetzung der Darmflora verändern. Dadurch sollen PatientInnen unter anderem von einer besseren Immunfunktion und niedrigeren Entzündungswerten profitieren.

Wirkungen über die Niere hinaus

Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Auslöser und gefährlichsten Begleiterkrankungen bei chronischer Niereninsuffizienz. Durch Schädigungen der Blutgefäße, kommt es auch zu einer Schädigung von wichtigen Gefäßen und Strukturen der Niere. Pflanzenbasierte Ernährung könne diesen Begleiterkrankungen effektiv entgegenwirken. Sie soll den Fortschritt von Typ-2-Diabetes oder koronarer Herzkrankheit nicht nur stoppen, sondern den Krankheitsverlauf auch umkehren können.

Von diesen Vorteilen könnten sich PatientInnen in erster Linie eine bessere Lebensqualität und mehr Wohlbefinden erwarten. Bei der Umsetzung im Alltag ist es jedoch wichtig auf eine pflanzliche Vielfalt zu achten. Eiweißreiche Lebensmittel wie Getreide oder Hülsenfrüchten wie Bohnen, Linsen, Erbsen und Sojaprodukte sollen zu jeder Mahlzeit gegessen werden. DiätologInnen können Betroffene, als ernährungsmedizinische SpezialistInnen, bei einer optimalen Umsetzung unterstützen.

Joshi, S., Shah, S. & Kalantar-Zadeh, K. (2018). Adequacy of Plant-Based Proteins in Chronic Kidney Disease. Journal of Renal Nutrition. http://doi.org/10.1053/j.jrn.2018.06.006

Foto: PublicDomainPictures/pixabay.com

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