Ingwer gegen Regelschmerzen

Ingwer gegen Regelschmerzen
Ingwer wird weltweit als Gewürz und als traditionelle Medizin verwendet. Studien liefern nun wissenschaftliche Nachweise, dass Ingwer akute Schmerzen lindern kann. Für Betroffene von Menstruationsbeschwerden klingen die Ergebnisse vielversprechend.

Ungefähr die Hälfte aller Frauen leiden unter ihrer monatlichen Blutung. Am Ende des Menstruationszyklus sorgen Botenstoffe dafür, dass aufgebautes Gebärmuttergewebe wieder aus dem Körper abgestoßen wird. Wenn es während der Monatsblutung zu krampfartigen Schmerzen kommt, sprechen MedizinerInnen von Dysmenorrhö – einfach gesagt Regelschmerzen.

Ausgelöst werden die Menstruationsbeschwerden unter anderem durch ein ungünstiges Verhältnis zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Botenstoffen. Aus dem Gleichgewicht geraten, bewirken die sogenannten Prostaglandine, ein zu starkes Zusammenziehen der Gebärmutter. Neben Medikamenten können auch Lebensmittel wie Ingwer das Schmerzgeschehen beeinflussen.

Schmerzhemmung durch Ingwer

Seine gesundheitliche Wirkung hat die Knolle entzündungshemmenden Inhaltstoffen zu verdanken. Im Laborversuch konnte Ingwer nicht nur schmerzauslösende Botenstoffe bekämpfen, sondern auch die Funktion von Schmerzrezeptoren verändern. Ingwer bedient sich dabei ähnlicher Mechanismen, wie standardmäßig eingesetzte Schmerzmedikamente. Laborversuche sind jedoch nicht ausreichend, um von einer nachgewiesenen Wirkung zu sprechen. Aus diesem Grund wurde eine ganze Reihe an Studien mit betroffenen Frauen durchgeführt.

Der Einsatz von Ingwer als Therapie bei Regelschmerzen wurde bisher in sieben klinischen Studien untersucht. Die Ergebnisse sind einheitlich: alle bisher durchgeführten Experimente sprechen für eine schmerzlindernde Wirkung. Drei Untersuchungen verglichen die Wirkung mit einer Zuckerpille – auch hier konnte Ingwer überzeugen. Der Einsatz von Ingwer-Pulver wird zudem als sicher und nebenwirkungsfrei beschrieben. In Vergleichen mit medikamentöser Standardtherapie, verschaffte die Einnahme von Ingwerpulver eine vergleichbare schmerzlindernde Wirkung bei Menstruationsbeschwerden. Um von einer Wirkung zu profitieren, sollen gewisse Empfehlungen beachtet werden.

Richtige Einnahme

Für eine mögliche schmerzlindernde Wirkung kann 1/4 TL Ingwerpulver am Tag (0,8 Gramm), während der ersten drei bis vier Tage des Menstruationszyklus getestet werden. Im Idealfall wird die Menge auf drei Einnahmen aufgeteilt – die zeitlichen Abstände sollen ungefähr sechs Stunden betragen. Wenn sich keine Wirkung einstellt kann beim nächsten Zyklus auf bis zu einen Teelöffel pro Tag (3 Gramm) gesteigert werden.

Für einen ersten Versuch, sollte das Ingwerpulver eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten einfach in Wasser aufgelöst getrunken, oder abgefüllt in Kapseln eingenommen werden. Wenn sich die Wirkung bestätigt, kann das Pulver auch testweise in Müslis, Smoothies, Currys und andere passende Mahlzeiten eingerührt werden. Wer Ingwer zu scharf findet oder den Geschmack nicht mag, wird mit einer praktischen Einnahme über Kapseln wohl am glücklichsten werden.

Ingwer empfehlenswert

Ingwer kann wahrscheinlich Regelschmerzen lindern und den Bedarf an Schmerzmedikamenten reduzieren. Aufgrund fehlender Nebenwirkungen und seiner entzündungshemmenden Wirkung spricht nichts gegen einen Selbsttest. Um von seiner Wirkung zu profitieren, sollten gewisse Empfehlungen beachtet werden.

Ergänzend zu Medikamenten ist es bei Menstruationsbeschwerden sinnvoll mehrere Ernährungsmaßnahmen zu kombinieren – das reicht vom gezielten Einsatz bestimmter Lebensmittel bis zu allgemein gesunden Ernährungsgewohnheiten. Spezialisierte DiätologInnen und auf ErährungsmedizinerInnen können informieren und bei der Umsetzung helfen.

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Literatur:
Chen, C. X., Barrett, B. & Kwekkeboom, K. L. (2016). Efficacy of Oral Ginger (Zingiber officinale) for Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-Analysis. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine : eCAM, 2016.

Daily, J. W., Zhang, X., Kim, D. S. & Park, S. (2015). Efficacy of Ginger for Alleviating the Symptoms of Primary Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Clinical Trials. Pain Medicine, 16(12), 2243–2255.

Dugasani, S., Pichika, M. R., Nadarajah, V. D., Balijepalli, M. K., Tandra, S. & Korlakunta, J. N. (2010). Comparative antioxidant and anti-inflammatory effects of [6]-gingerol, [8]-gingerol, [10]-gingerol and [6]-shogaol. Journal of Ethnopharmacology, 127(2), 515–520.

Iacovides, S., Avidon, I. & Baker, F. C. (2015). What we know about primary dysmenorrhea today: a critical review. Human Reproduction Update, 21(6), 762–778.

Foto: gate74/pixabay.org

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