Butter für Fettleber schlechter als Zucker

Butter, gesättigtes Fett, gesättigte Fettsäuren
Einer im Diabetes Care veröffentlichten Studie zu Folge ist gesättigtes Fett für unsere Leber schlechter als Zucker oder ungesättigtes Fett.

In einer randomisierten klinischen Studie untersuchten Forscher_innen aus Finnland, den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Nahrungsbestandteilen und dem Risiko für nichtalkoholische Fettleber. Dazu wurden 38 übergewichtige Teilnehmer_innen angwiesen, 1.000 extra kcal pro Tag in Form von gesättigtem Fett, ungesättigtem Fett oder Einfachzuckern zu essen. Nach drei Wochen wurden die Stoffwechsel-Parameter der Probanden mit den Ausgangswerten verglichen. Der Anteil an Fett innerhalb der Leberzellen war bei der Gruppe mit gesättigtem Fett um 55% und damit am stärksten gestiegen. Ungesättigtes Fett erhöhte den Anteil um 15%, Einfachzucker um 33%.

Werte für Herz-Kreislauf-Gesundheit und Diabetes verschlechtert

Auch die Marker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes waren am höchsten in der Gruppe der gesättigten Fettsäuren. So verschlechterte sich beispielsweise die Wirkung des blutzuckersenkenden Insulins um 23%, das gefäßschädigende LDL-Cholesterin stieg um 10% und die Konzentration von Ceramiden um 49% – in den anderen Gruppen gab es keine signifkante Änderung.

Bei Ceramiden handelt es sich um sogenannte Sphingolipide. Ähnlich wie Cholesterin wird die Bildung von Ceramiden im Körper durch gesättigte Fettsäuren angeregt. Erhöhte Werte werden mit einer schlechteren Insulinwirkung und einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Die Autor_innen sehen aus diesem Grund gesättigte Fettsäuren als schädlichsten Nahrungsbestandteil bei Personen mit nichtalkoholischer Fettleber. Die Studie bestätigt, dass die Zusammensetzung der Nahrung, unabghängig von Überernährung und Bewegungsmangel, wesentliche Auswirkungen auf das Entstehungsrisiko einer nichtalkoholischen Fettleber hat. Neben Zucker, sollte das Interesse in der Prävention und Therapie vorallem auf eine Reduktion von gestättigten Fettsäuren gerichtet werden. Durch Vermeiden von fettreichen tierischen Lebensmitteln sowie Kokos- und Palmöl könne so auch das Risiko für häufige chronische Krankheiten wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt werden.

Überwiegend aus tierischen Lebensmittel

Gesättigtes Fett wird bei einer üblichen Ernährungsweise größtenteils über den Verzehr von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Eier, Milch- und Milchprodukten aufgenommen. Mit Ausnahme von Palmöl, Kokosöl und Kakaobutter liefern pflanzliche Lebensmittel kaum gesättigtes Fett. Verarbeitete Produkte wie Süßigkeiten, Kekse, Eis oder Fertiggerichte mit Palmöl sind deswegen in der enutri Ampel mit einem roten Stopplicht versehen.

Luukkonen, P. K., Sädevirta, S., Zhou, Y., Kayser, B., Ali, A., Ahonen, L., … Yki-Järvinen, H. (2018). Saturated Fat Is More Metabolically Harmful for the Human Liver Than Unsaturated Fat or Simple Sugars. Diabetes Care, 41(8), 1732–1739. http://doi.org/10.2337/dc18-0071

Foto: congerdesign/pixabay.com

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